Alles rund um Piraten

Bestrafung

Obwohl die Einnahmen aus der Piraterie sehr groß sein konnten, war die Strafe für überführte Piraten der Tanz am Hanfstrick (ein Piratenausdruck für Hängen). Die Hinrichtung war ein öffentliches Ereignis, in London fand sie zum Beispiel immer am Exekutions-Dock in Wapping statt. Die verurteilten Piraten wurden in einer Prozession, angeführt von einem Offizier, von ihrem Gefängnis zum Hinrichtungsplatz geführt. Nach einer religiösen Zeremonie durfte sich der verurteilte Pirat noch einmal an die Öffentlichkeit richten, dann wurde er gehängt. Nach der Hinrichtung blieb der Leichnam für drei Gezeiten oder auch länger (als Abschreckung für andere) hängen.

 

 

Landleben

Wenn sie einen Hafen erreichten, nach einer erfolgreichen Reise, verschleuderten die Piraten ihren Beuteanteil mit Glücksspielen, Trinken und Frauen und verpul-

verten dabei oft Tausende "pieces-of-eight" (Achterstücke, eine damalige Währungseinheit) in einer Nacht (damals konnte man mit 2 Achterstücken eine Kuh kaufen!). So verloren die Piraten innerhalb einiger Tage alles, was sie sich mühsam, unter Einsatz ihres Lebens, zusammengeraubt hatten.

Nebenbei musste aber auch an Land eine große Menge an Arbeit verrichtet werden, bevor die Segel neu gesetzt werden konnten. Das Schiff musste in gutem Zustand gehalten werden, um für weitere Kaperfahrten gerüstet zu sein. Dazu wurde das Schiff gekielholt, um es am Strand reparieren zu können. Muscheln und Algen sowie Schiffsbohrwürmer wurden vom Rumpf entfernt, beschädigte Planken wurden ersetzt, die Abstände zwischen den Planken wurden kalfatert (abgedichtet). Außerdem wurden Segel und Takelage erneuert bzw. ausge-

tauscht. Andere Mannschaftsangehörige hatten die Aufgabe, Wasser- und Nahrungsvorräte für die nächste Fahrt aufzutreiben und zu verladen.

 

 

Nahrung

Die Haltbarmachung von Nahrung war eines der Hauptprobleme der Piraten. Bier in Flaschen wurde dem Wasser bevorzugt, das sehr schnell untrinkbar wurde. Das haltbare Essen Schiffszwieback. Bei sehr langen Reisen halfen Zitrusfrüchte Skorbut zu verhindern und lebende Hühner an Bord der Schiffe lieferten frische Eier und Fleisch.

Die fleischliche Hauptnahrungsquelle waren die Meeresschildkröten. Diese Tiere, obwohl sehr flink und wendig im Wasser, waren an Land eine leichte Beute für die Piraten.

 

 

Das Leben an Bord eines Piratenschiffs

Selten gab es als Pirat reiche Beute zu ergattern und zu rauben, und zwischen den Gefechten war das Leben meistens hart und mühsam.

Das Leben auf See war sehr kontrastreich: wochenlanges Warten auf eine Beute, dann kurze und heftige Aktivität, wenn ein fremdes Schiff gesichtet, angegriffen und eventuell gekapert und ausgeplündert wurde.

Wenn die See ruhig war, langweilte sich die Mannschaft oder betrank sich und es kam oft zu heftigen Handgreiflichkeiten. In vielen Fällen hatte der Kapitän bei diesen Streitigkeiten nicht das letzte Wort, denn viele Mannschaften waren quasi "demokratisch" organisiert und folgten strengen Regeln.

Bei rauhem Wetter war die Besatzung vom Salzwasser durchnässt, fror, litt an Verletzungen und Erschöpfung. Nachts schliefen die Piraten, die keine Wache hatten, dicht gedrängt in den unteren Decks. Es war eine düstere Welt, erfüllt vom Schnarchen und Husten der Männer. Unter ihnen schwappte das stinkende Bilgenwasser und es wimmelte von Ratten.

Tagsüber verbrannte die tropische Sonne die Haut. Waren Piraten krank, gab es keine Medikamente. Im Gefecht verletzte Gliedmaßen wurden ohne Narkose abgesägt. Oft legte dabei der Schiffszimmermann Hand an. Für die meisten Piraten waren Würfelspiel und Rumtrinken die einzigen Freuden.

 

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